Veränderungen des Arbeitsmarktes

Die Angestelltenkultur entwickelt sich zu flexibleren Arbeitsmodellen. Einer der Gründe ist die Globalisierung. Mittlerweile haben viele Menschen keine wirkliche Entscheidungsfreiheit mehr. Ein unbefristetes sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis haben nur noch wenige. Viele halten sich als Ich-AGs über Wasser, nehmen Mini-Jobs an oder arbeiten für eine Zeitarbeitsfirma für einzelne Projekte. Die Sicherheit der Stellen nimmt immer mehr ab. Günther Ogger, der Autor des Buches “Die Abgestellten” meint Deutschland habe den Zusammenbruch der Arbeiterklasse bereits gut überstanden, weil die staatstragende Schicht, die gut verdienenden Angestellten, noch intakt waren.  “Der Niedergang der Arbeiterklasse erscheint harmlos im Vergleich zu dem Drama, das die rund 18 Millionen Angestellten der Nation erfasst hat. Eliminiert, ersetzt oder ausgelagert werden jetzt nicht mehr die Muskeln der deutschen Wirtschaft, sondern ihr Gehirn.” Die Hans-Böckler-Stiftung hat in einer Studie ermittelt, dass jeder zweite Büroarbeitsplatz akut gefährdet sei. Geschäftsbereiche werden ausgelagert, oft in Billigländer, um Kosten und Risiken zu senken. Das Arbeitsrecht erschwert zwar betriebsbedingte Kündigungen, aber die Arbeitsgerichte würden im Zweifelsfall für die Arbeitnehmer entscheiden. Da haben die reicheren Unternehmen einen Vorteil, da sie es sich leisten könnten,  Abfindungen zu zahlen, um ihre Arbeitnehmer zum Verlassen der Firma zu bewegen. Kleinere Unternehmen müssten stattdessen oft  nach anderen Gründen für eine Entlassung suchen (z.B. für Kleinigkeiten abmahnen, Versetzung androhen etc.). Traurig!
Wenn ihr mehr über das Buch “Abgestellte” von Günther Ogger erfahren möchtet, kann ich euch den Blog von Karola Porath empfehlen. Sie hat dieses Buch auf ihrem Blog sehr gut vorgestellt. Danke Karola!

~ von silkespraul1985 am Mai 29, 2008.

Einen Kommentar schreiben